Diese Frage stellen sich viele Menschen überall auf der Welt. In meiner Kolumne möchte ich beide Spiele gegenüberstellen und ihre Vor- und Nachtteile zum Ausdruck bringen. Vielleicht kann ich ja auch jemanden anregen mal das andere Spiel zu spielen, welches er vorher für schlecht empfunden hat, ohne es gespielt zu haben.
Jedoch möchte ich auf die geschichtliche Entwicklung der beiden Spiele eingehen, bevor ich ihre guten und schlechten Seiten betrachte:
Am 19. Juni 1999 wurde die erste Betaversion des Spiels CS oder CSS zu Testzwecken herausgegeben. Bis zum offiziellen Release der Verkaufsversion 1.2 am 12. Juli 2001 war es jedoch ein langer weg. Insgesamt gab es 18 Betaversionen und vor dem Verkauf die Version 1.0 und 1.1. Aber mit der Verkaufsversion war die Entwicklung noch lange nicht zu Ende, denn am 15. September 2003 kam die Finalversion 1.6 in Verbindung mit der Spieleplattform Steam von Valve heraus. Counter-Strike 1.6 ist bis heute das am Meisten gespielte Online Game, was es überall auf der Welt gibt.
Nun aber komme ich zum kleinen Bruder von CS 1.6, nämlich Counter-Strike: Source, dem dritten Counter-Strike Spiel. Zuvor gab es noch Counter-Strike Condition Zero, was aber lange nicht an den Erfolg des Vorgängers herankommt. Source erschien für die Öffentlichkeit zum einen im Paket mit dem Spiel Half-Life 2 und zum anderen am 7. Oktober auf Steam als Stand Alone für 19.99$ zum Kauf bereit.
Zunächst werde ich auf Counter-Strike Source eingehen. Das Game wurde anfangs noch jeden Monat geupdatet. Doch mit der Zeit gab es immer weniger Neuerungen, bis vor zwei Wochen, wo eine grundlegende Veränderung im Spielsystem passierte. Das Radar wurde ganz neu gestaltet und bietet den Teams die Möglichkeit jetzt schneller zu reagieren, da auf dem Radar angezeigt wird, wo ein Spieler einen Gegner gesehen hat. Des Weiteren werden nicht mehr nur Punkte angezeigt. Eine kleine Karte ist zu sehen, somit sieht man viel besser, wo sich die Teamkammeraden platziert haben. Durch das neue Radar wird auch das saven der Waffe bei einer schon verlorenen Runde schwieriger, denn wenn man erblickt wurde sehen die anderen kurzzeitig auch wo man ist und man wird dann womöglich von allen Verbliebenen aus dem gegnerischen Team gejagt.
Counter-Strike Source kann man nun nach dem letzten Update auch per Source-TV schauen. Dies ging zwar vorher auch schon, jedoch nicht so gut wie jetzt. Es ist nun genauso wie bei 1.6 wenn man zuschaut. Auch die Fehler in den Demos wurden gefixt, da es öfters mal passiert ist, dass bei einer Demoaufnahme keine Waffe angezeigt wurde oder ähnliches. Nun gibt es schon ein Update für das neue Radarsystem. Wenn man nämlich eine Flash abbekommen hat und blind war konnte man trotzdem noch auf dem Radar den Gegner sehen. Dies ist nun behoben und man sieht bei einer Flash rein gar nix mehr. Außerdem gab es nach dem letzten Update den Bug, dass es beim Wechsel des Teams öfters passierst ist, dass das Model nicht gewechselt wurde und als CT noch aussah wie ein T.
Nun aber möchte ich auf Allgemeines eingehen. Was bei Source von Anfang an schon nicht mehr ging war das durch die Wand ’bratzen’, was der 1.6 Szene überhaupt nicht gefiel und weswegen das Spiel von den meisten 1.6 Spielern schlichtweg abgelehnt wurde. Auch die veränderte Physik, genannt Source Engine, entspricht nicht mehr den Vorstellungen der Oldschool Player. Zwar ist die Grafik in Source eindeutig besser, was meiner Meinung nach niemand bestreiten kann, aber es hat sich auch einiges bei den Maps geändert. Die Spots sehen teilweise anders aus oder auch ihre Namen sind getauscht wurden, wie zum Beispiel auf de_inferno. Auch ist die Verteidigung der Spots anders geworden. Auf de_dust2 kann man nicht mehr aus der Mitte auf B schauen oder A-kurz hinter den zwei Kisten campen. Des Weiteren sind die Lichtverhältnisse auf einigen Maps extrem unterschiedlich, sodass de_train schon überarbeitet werden musste. Aber daran wird sich sicher jeder Spieler gewöhnen, wenn er den Wechsel von 1.6 auf Source macht oder gar direkt mit Source einsteigt. Mittlerweile wurden auch die Preise der Waffen geändert, sodass sich das Game immer weiter von Cs 1.6 entfernt.
Nun aber zum Kultgame in der eSports-Szene, Counter-Strike 1.6. Ich selber spiele Counter-Strike seit der Version 1.3 und habe alle Höhen und Tiefen des Spiels bis jetzt miterlebt. Die größte Veränderung kam von der Umstellung der WON Server auf die von Valve entwickelte Steamplattform, die zu Beginn mehr Bugs hatte als Windows XP beim offiziellen Release. Nun aber, 3 Jahre nach dem Start von Steam, ist das Programm recht ausgereift und alle Funktionen, die angeboten werden funktionieren auch. Doch leider bringt jedes Steamupdate gleich wieder neue Bugs mit sich, die in einem nächsten Update wieder gefixt werden müssen. So entsteht ein niemals endender Kreislauf von Fehlerproduktion und Fehlerfixung. Jetzt bin ich leider etwas vom Thema abgekommen, wollte ich doch auf die Vorzüge von 1.6 eingehen und nicht auf die Fehlerplattform, auch Steam genannt. Das Spiel hat ja schon eine lange Geschichte zu verzeichnen und viele gute, sowie schlechte Veränderungen über sich ergehen lassen müssen. Bei Counter-Strike 1.6 kann man fast auf jeder Map an allen Stellen durch die Wand schießen, wie man so schön sagt. Das ist natürlich ein taktischer Vorteil weil man die Gegner schon ohne sie zu sehen durch die Wand einfach killen kann. Jedoch ist es auch Grund der Source-Spieler zu sagen „Nein so was unrealistisches spielen wir nicht“. Fragt man aber alteingesessene 1.6 Spieler, so ist dies für sie eines der wichtigsten Argumente, warum sie gerade dieses Spiel spielen und nicht einen anderen Online Ego-Shooter. Zudem klappt nicht nur das „Durchwändeschießen“, sondern auch die Wucht einer HE kann jemanden durch die Wand hindurch schaden oder sogar töten, wenn der entsprechende CT oder T nicht mehr viel HP hat und kein bzw. kaum Kevlar besitzt, was ja immerhin die Schadenswirkung etwas dämpft. Ein Bug im Spiel, der immer wieder auftauchen kann ist der Flashbug, bei dem an manchen Stellen auf Maps die Flash in einen kleinen Spalt werfen kann und die Spieler dann geblendet sind, die eigentlich gar keinen Sichtkontakt zur Flash haben. Für großen Wirbel sorgte der Bug beim Spiel ALTERNATE aTTaX gegen mibr (Made in Brazil), wo mibr den Bug zu ihren Gunsten nutzen konnte, um eine entscheidende Runde zu holen und am Ende gegen aTTaX in der Overtime zu gewinnen. Was natürlich auch noch erwähnt werden muss ist, dass es mit der Version 1.6 zwei neue Waffen gab, auf Seiten der CTs die Famas und auf Seiten der Ts die Gallil.
Weg von den Gamephysics und Spielverhalten, möchte ich euch den Unterschied in der Bekanntheit auf großen Events und großen Ligen etwas näher bringen.
Counter-Strike 1.6, früher 1.5, geht nun mittlerweile schon bis in die ESL Pro Series IX. Das Spiel konnte sich schnell als beliebtestes Onlinespiel etablieren. Den Boom gab es aber nicht nur in Deutschland, nein auf der ganzen Welt gibt es zig 1000 Gamer, die von dem Spiel hin und weg sind und sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Alles ging ganz klein mit der Pro Series I los, in der man noch nicht so viele Preise gewinnen konnte. Heute, in der Series IX, kann das Winnerteam bis zu 60.000€ und mehr gewinnen, denn durch Sponsorenverträge verdienen die Clans und Spieler auch noch neben den Preisgeldern recht viel Geld.
Ganz anders ist dies in der Source Szene, die auch noch gar nicht so weit ausgeprägt ist wie die von 1.6. Aber mit der Zeit ist die Source Szene immer weiter angewachsen und erfreut sich auch schon recht vieler Anhänger. Daher ist zu verstehen, dass Counter-Strike Source das nächste Game ist, was in der ESL Pro Series vertreten ist.
Auch auf großen Events wird bisher nur Counter-Strike 1.6 als Hauptdisziplin gespielt, doch auch die Veranstalter von Events setzen nun verstärkt auf Source, um die volle Bandbreite der Playergemeinde anzusprechen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Source seinem älteren Bruder noch lange nicht das Wasser reichen kann, doch wenn es sich so gut weiterentwickelt wie dies in letzter Zeit geschieht, glaub ich fest daran, dass es am Ende 1.6 den Rang ablaufen und der Top-Onlineshooter werden kann. Wir alle dürfen wirklich gespannt sein, in welche Richtung sich Source noch entwickeln wird. Schafft es den Sprung zu Counter-Strike II oder bleibt es immer im Schatten des älteren Bruders stehen. An dieser Stelle nun endet meine Kolumne, doch wenn sich wieder etwas Herausragendes ereignen sollte, sei es ein weltbewegendes Source Update oder ähnliches, werde ich sicherlich wieder auf das Thema eingehen und einen zweiten Teil schreiben.
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